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Solothurn SO – Straftaten nehmen zu

Im Kanton Solothurn wurden 2019 insgesamt 18’140 Straftaten registriert, 925 (+5,4%) mehr als im Vorjahr. Während die Einbruchzahlen auf einen historischen Tiefstand gefallen sind, wurden 2019 mehr Gewaltstraftaten und Cyberdelikte verzeichnet. Die Aufklärungsquote im Bereich des Strafgesetzbuches verbesserte sich erneut und erreichte den höchsten Wert seit 2008. Alle Daten finden sich unter polizei.so.ch.

Im Jahr 2019 wurden im Kanton Solothurn insgesamt 18‘140 (2018: 17‘215) Straftaten polizeilich erfasst. Dies entspricht einer Zunahme von 925 Fällen (+ 5,4%) gegenüber dem Vorjahr. Auch im Bereich des Strafgesetzbuches musste mit 14’698 Delikten (14’112) eine Zunahme von 586 Straftaten bzw. 4% registriert werden. Die meisten Straftaten (knapp 400) stehen in Zusammenhang mit der Besetzung des Schlachthofs Bell. Markant zugenommen hat die Zahl der Gewaltstraftaten von 1’502 auf 1’807 (+ 20%); insbesondere wurden mehr Tätlichkeiten (+ 127 Straftaten) und Nötigungen (+ 136 Straftaten) verzeichnet. Auch im Bereich der Häuslichen Gewalt musste gegenüber dem letzten Jahr eine Zunahme (+ 8%) auf 763 Straftaten registriert werden.

Bei den Straftaten gegen das Vermögen sind die Einbruchsdelikte erneut rückläufig und liegen mit 911 gemeldeten Einbruchdiebstählen (- 22%) auf dem tiefsten Wert seit Messbeginn im Jahr 1992. Dafür bleibt die Polizei im Bereich der Cyberkriminalität weiterhin stark gefordert. Straftaten, welche häufig im Zusammenhang mit Cyberkriminalität begangen werden verzeichneten 2019 wiederum hohe Werte, dazu zählen Fälle von Betrug, betrügerischer Missbrauch einer EDV-Anlage, Erpressung, Pornografie und Geldwäscherei. Aufgrund des erhöhten Ressourceneinsatzes zur Bekämpfung der schweren Betäubungsmittelkriminalität stiegen auch die registrierten Straften in diesem Bereich.

«Die Möglichkeiten der Digitalisierung verändern die Kriminalität und unsere Arbeit», bilanziert Fabienne Holland, Chefin Kriminalabteilung bei der Kantonspolizei Solothurn. Kriminelle seien heute sehr innovativ und agierten immer professioneller. «Die Menge und Vielfalt der digitalen Daten hat explosionsartig zugenommen.

Diese Entwicklung stellt auch die Polizei vor grosse Herausforderungen», so Holland. Die Kantonspolizei habe dafür durch interne Reorganisationen zusätzliche Mittel und Fachkräfte bereitgestellt, erklärt Thomas Zuber, Kommandant der Kantonspolizei. «Die knappen Ressourcen bei einer immer grösseren Aufgabenvielfalt führen jedoch dazu, dass wir nur wenige Deliktfelder gezielt bekämpfen können».

Um zu verhindern, dass sich die organisierte Kriminalität, etwa im Bereich Drogen- und Menschenhandel mit all ihren Formen ausbreite, seien zusätzliche Mittel nötig. Die immer aufwendigeren Strafverfahren würden zudem viele Ressourcen belegen. «Sehr froh sind wir darüber, dass die Einbruchsdiebstähle einen historischen Tiefstand erreicht haben und die Kantonspolizei Solothurn vergleichsweise hohe Aufklärungsquoten erzielen konnte», so Zuber.

Die Kriminalstatistik 2019 im Einzelnen Strafgesetzbuch (StGB)

• Knapp 400 Straftaten im Jahr 2019 gehen auf die in diesem Jahr rapportierte Besetzung des Schlachthofs Bell (Ende 2018) zurück. Die 132 Beschuldigten wurden wegen Nötigung, Hinderung einer Amtshandlung und Hausfriedensbruch angezeigt.

• Die Zahl der Gewaltstraftaten hat um 20% auf 1’807 zugenommen (2017: 1’502). Der Anstieg ist hauptsächlich auf die Zunahme von Tätlichkeiten (von 589 auf 716) und der Nötigung (von 65 auf 201) zurückzuführen.

• Die angezeigten Fälle von «Gewalt und Drohung gegen Beamte» nahmen um 56% zu (von 54 auf 84).

• Im Deliktbereich der Häuslichen Gewalt wurden 763 Straftaten erfasst (2018: 706).

• Die Zahl der Sexualdelikte ist erneut leicht rückläufig (von 268 auf 260 Straftaten); zugenommen haben Fälle von sexueller Belästigung (von 53 auf 61 Straftaten, + 15%) und Pornografie (von 71 auf 105 Straftaten, + 48%).

• Die Straftaten gegen das Vermögen machen den grössten Anteil der polizeilich registrierten Widerhandlungen gegen das StGB aus. 2019 wurden insgesamt 8’827 Straftaten registriert, 2 % weniger als im Vorjahr (9’047).

Die Zahl der Einbruchdiebstähle ist erneut um 22% markant gesunken auf 911 Fälle (2018: 1’167). Damit wurde der letztjährige tiefste Wert seit Beginn der Erfassung 1992 nochmals unterboten. Betrugs- und Erpressungsstraftaten bleiben hingegen fast auf dem letztjährigen Stand (Betrug von 619 auf 606 Straftaten; Erpressung von 104 auf 96).

Betäubungsmittelgesetz (BetmG)

• Die Zunahme von 1’751 auf 1’870 Widerhandlungen gegen das BetmG (+119 Fälle) hängt eng mit der Kontrolltätigkeit der Polizei zusammen.

Geschlechter und Alter

• 73,9% (2018: 74,6%) der Straftaten gegen das Strafgesetzbuch wurden 2019 von männlichen Personen begangen. Der Anteil der minderjährigen beschuldigten Personen erhöhte sich leicht auf 9,4% (2018: 9%).

Nationalitäten

• Die Anzahl der Beschuldigten bei den Straftaten gegen das StGB hat gegenüber dem Vorjahr um 427 Personen (+ 14,2%) auf 3’431 zugenommen. Dabei machen sowohl Schweizer/innen wie auch ausländische Staatsangehörige jeweils 50% aus.

Kapo SO

  PS       23 März, 2020 11:32
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