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Kanton Bern BE – Vorsicht wenn Sie „Marianne“ heissen!

Weiterhin gehen Meldungen zu „falschen Polizisten“ ein. Heute rufen die Betrüger vor allem Frauen mit dem Vornamen „Marianne“ an. Hier die aktuelle Mitteilung zu dieser stark verbreiteten Betrugsmasche:

Seit zwei Jahren werden auch im Kanton Bern regelmässig Anrufe von „falschen Polizisten“ verzeichnet. Die Betrüger versuchen die Angerufenen dazu zu bewegen, ihnen Bargeld zu übergeben- angeblich, um es in Sicherheit zu bringen. So haben die Täter im Kanton Bern fast eine halbe Million Franken erbeutet. Die Kantonspolizei Bern will die potentiellen Zielpersonen möglichst direkt sensibilisieren und zählt dazu auch auf die Mithilfe von Angehörigen.

Am Telefon meldet sich „Frau Fröhlich von der Kantonspolizei Bern“: In der Nachbarschaft wurden zwei Einbrecher festgenommen, im Gepäck Bankdaten und Adressen von anderen Personen. „Wir ermitteln mit Hochdruck. Aber Hacker haben es auf Ihr Bankkonto abgesehen, Ihr Geld ist nicht mehr sicher“, warnt die angebliche Polizistin im Verlauf eines längeren und professionell klingenden Gesprächs eindringlich. „Die Polizei wird es aber sicher für Sie aufbewahren können. Wieviel Geld haben Sie auf dem Konto? Heben Sie sofort 30’000 Franken ab und bringen Sie das Geld an folgende Adresse…“

Wenige Opfer, aber grosse Beute

Solche Anrufe werden auch im Kanton Bern seit zwei Jahren regelmässig verzeichnet. „Die falschen Polizisten suchen im Telefonbuch meistens Frauen mit älter klingenden Vornamen aus – zum Beispiel Elisabeth, Ruth, Edith oder Margrit“, führt Christa Lüthi, Chefin des Dezernats für Wirtschaftsdelikte der Kantonspolizei Bern aus. Der Grossteil der Angerufenen reagierte richtig: Sie beendeten das Gespräch und legten den Hörer einfach wieder auf. Rund 800 Personen meldeten es danach noch der richtigen Kantonspolizei Bern, entweder über die Notrufnummer 117 oder sogar persönlich auf einer Polizeiwache.

„Ein gutes Dutzend Mal gelang es den ausserordentlich gut organisierten und professionellen Täterinnen und Tätern aber, ihre Zielpersonen so unter Druck zu setzen, dass sie Bargeld abhoben, übergaben oder deponierten“, sagt Christa Lüthi. Es falle auf, dass die Täterschaft sehr überzeugend sei und ihre Opfer stark unter Druck setze. „Viele der Betroffenen meinten nachher: Sie hätten nie gedacht, dass Ihnen das passieren könnte“. Der letzte Fall datiert von Anfang Dezember 2019, als eine Frau aus dem Kanton Bern 140’000 Franken nach St. Louis brachte und an einem Übergabeort hinterlegte. So erbeutete die Täterschaft seit Dezember 2017 allein im Kanton Bern rund eine halbe Million Franken.

Das macht die Kantonspolizei Bern

Die Kantonspolizei Bern tätigt unter der Leitung der Kantonalen Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte in jedem Fall Ermittlungen, welche auch schon zu Anhaltungen von mutmasslichen Tätern geführt haben (vgl. Medienmitteilungen vom 10.1.18 und 29.1.18). „Da die Täterschaft aber aus dem Ausland agiert, ist die Strafverfolgung trotz der internationalen Vernetzung oftmals langwierig und schwierig“, so Christa Lüthi. Entsprechend kommt der Prävention grosse Bedeutung zu. So ist die Kantonspolizei bestrebt, potentielle Zielpersonen zu sensibilisieren und möglichst direkt zu erreichen.

Dazu steht sie mit verschiedenen Partnern in Kontakt. „Wir hoffen, die Leute dort zu erreichen, wo sie von den Tätern angerufen werden – bei sich zuhause“, sagt Michael Fichter, Chef Prävention der Kantonspolizei Bern. Parallel dazu tauscht sich die Kantonspolizei Bern mit Finanzinstituten im Kanton Bern über das Phänomen aus. „Haben die gut geschulten Täter ihr Opfer soweit verunsichert und unter Druck gesetzt, dass es vom Konto Geld abgeben will, ist das überlegte Vorgehen der Mitarbeitenden in der Bank eine weitere Möglichkeit, den Betrug zu verhindern“, erklärt Michael Fichter weiter. „Mehr als einmal hat das kritische und empathische Nachfragen des Schalterpersonals dazu beigetragen, dass es beim Betrugsversuch geblieben ist“.

So entlarven Sie die falschen Polizisten

Auch wenn die Täter ihr Vorgehen in den vergangenen zwei Jahren laufend verändert und verfeinert haben, lässt sich der Betrug immer an einem einzigen Merkmal erkennen: „Die echte Polizei verlangt nie, dass Sie ihr Geld oder Wertsachen übergeben oder es hinterlegen sollen“, klärt Michael Fichter auf: „Egal, was ihnen die angebliche Polizistin oder der angebliche Polizist erzählt – einen solchen Anruf können Sie ohne schlechtes Gewissen sofort beenden. Legen Sie den Hörer auf und melden Sie es dann der echten Polizei – uns.“ Darüber hinaus bittet der Präventionschef Michael Fichter auch die jüngere Bevölkerung um Mithilfe bei Prävention: „Sprechen Sie mit älteren Personen in ihrem Umfeld darüber und geben Sie die Informationen weiter. Sie helfen damit effektiv, den Tätern das Handwerk zu legen“.

Kapo BE

  PS       9 Dezember, 2019 15:21

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