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Coronavirus Schweiz – Spezialisten der Armee unterstützen das Labor Spiez

Wird bei Angehörigen der Armee im Verdachtsfall auf eine Coronavirusinfektion eine Probe genommen, landet diese im Labor Spiez für eine Analyse. Kompetente Unterstützung bekommt die zivile Institution vom ABC Abwehrlabor 1, das mit seinem Einsatz eine erhöhte Kapazität sicherstellt.

Täglich kommen die Lieferungen mit brisantem Inhalt im Labor Spiez an. Es sind dies Proben, die bei Angehörigen der Armee mit Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus genommen wurden. Diese werden von den Spezialisten in Spiez unter grossen Sicherheitsvorkehrungen untersucht. Unterstützt werden die zivilen Labormitarbeiter vom ABC Abwehrlabor 1 und im Speziellen momentan von der ABC Abwehrlabor Kompanie 1/1.

Eigentlich im regulären Wiederholungskurs (WK) befindlich, wurde die Dienstleistung des Bataillonsstabes sowie der ganzen Kompanie 1/1 in den Assistenzdienst überführt, dazu gehören entsprechend auch die Spezialisten im Fachbereich Biologie. Als Chef der militärischen Spezialisten der biologischen Schutzstufe (BSL) 3 ist auch Fachoffizier Björn Hagmann im Einsatz. Zusammen mit seinem Team unterstützt er die zivilen Mitarbeiter und ermöglicht so eine Erhöhung der Kapazität des Testprozesses im Labor Spiez, das organisatorisch dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) angegliedert ist.

Wissen aus dem WK anwenden

«Die Proben werden in der Triage zusammengenommen und registriert», erklärt Hagmann, «anschliessend wird die Probe inaktiviert. Das heisst, dass die möglicherweise enthaltenen Viren unschädlich gemacht werden und damit nicht mehr gefährlich sind.» Auch bei diesem Schritt werden Spezialisten der Armee eingesetzt, wie auch bei der anschliessenden Bearbeitung der Probe, damit diese in den Analysegeräten geprüft werden können. Hier sitzt Fachoffizier Anthony Cornu. Im Zivilen als Biologielaborant EFZ in der Forschung an der Universität Genf beschäftigt, kann er nun im Einsatz sein ziviles Wissen und vor allem die geübte Handhabung mit der Pipette direkt in den Dienst der Armee stellen. «Es war schon speziell, nun das, was wir normalerweise im WK üben, effektiv anzuwenden und damit einen Dienst zugunsten der Gesellschaft zu leisten», erzählt Cornu.

In Krisen Köpfe kennen hilft

Über das grosse Engagement und die geleistete Arbeit der Angehörigen des ABC Abwehrlabors 1 ist der Kommandant, Oberstleutnant im Generalstab Sandro Mollet, hocherfreut. «Offensichtlich haben wir in den vergangenen Jahren im WK richtig trainiert, um nun im Ernstfall auch die geforderten Leistungen erbringen zu können», bilanziert Mollet. «Natürlich hilft es auch enorm, die Mitarbeiter vom Labor Spiez von früheren Dienstleistungen her zu kennen, dies erleichtert die Kommunikation sehr.» Mittlerweile laufe die Planung für den Einsatz der weiteren ABC Abwehrlaborkompanien, als Ergänzung und Ablösung, damit die geforderten Leistungen über längere Zeit sichergestellt ist.

Quelle: Schweizer Armee

  PS       26 März, 2020 07:44
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